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Fritz Bauer Grab

Fritz Bauer Grab

1914+108-06-09-19:22:50 GMT+02:00, Day 160 and Week 24 of this Gregorian Year 2022, Frankfurt, Uwe

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Main

Göteborg

???

1903-06-16 geboren in Stuttgart

1968-07-01 gestorben in der Frankfurter bade wanne als ein deutscher Jurist.

Er selbst soll einmal gesagt haben: „In der Justiz lebe ich wie im Exil.“18

Medien zitierten ihn ebenfalls mit dem Satz: „Wenn ich mein Dienst-Zimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland.“19

Folgerung

Entweder er war kein deutscher oder seine menschen waren keine deutschen!

Zu seinem leben haben offen bar viele von ein ander ab geschrieben, was auch ich hier teil weise tue, des halb bis auf weitere end gültige bearbeitung einige wieder holungen im text.

1956 bis 1968 Generalstaatsanwalt in Hessen, damit verbunden die Entführung Adolf Eichmanns nach Israel, die positive Neubewertung der Widerstandskämpfer des 20. Juli von 1944 und die Frankfurter Auschwitzprozesse

1920 SPD

Nach seiner Promotion („Die rechtliche Struktur der Truste“)5 zum Dr. jur. bei Karl Geiler wurde Bauer

1928 Gerichtsassessor beim Amtsgericht Stuttgart

und bereits zwei Jahre später jüngster auch parteiischer Amtsrichter in der die das “Weimarer Republikanisches Deutsches Reich”

1931 Vorsitz der Ortsgruppe Stuttgart des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold.

Im Zusammenhang mit Planungen zu einem gegen die Machtergreifung der Nationalsozialisten gerichteten Generalstreik wurde Bauer am 23. März 1933 festgenommen, acht Monate im KZ Heuberg und im KZ Oberer Kuhberg inhaftiert

und Ende 1933 wieder aus der Haft entlassen.

Aus dem Staatsdienst wurde er auf der Basis des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums entlassen.

1936 emigrierte er nach Dänemark.

Nach der deutschen Besetzung entzogen ihm die dänischen Behörden im April 1940 die Aufenthaltsbewilligung und internierten ihn für drei Monate in einem Lager.

Zu seinem Schutz heiratete er im Juni 1943 formal die dänische Kindergärtnerin Anna Maria geb. Petersen.

Im Oktober 1943, als die Nationalsozialisten mit der Deportation der dänischen Juden in das KZ Theresienstadt begannen, tauchte er unter und wurde im Rahmen der Rettung der dänischen Juden mit Unterstützung einheimischer Helfer nach Schweden übergesetzt.

Dort arbeitete er als Archivgehilfe und gründete mit Willy Brandt und anderen die Zeitschrift Sozialistische Tribüne.

1949 kehrte Bauer nach Deutschland zurück, wurde Landgerichtsdirektor am Landgericht Braunschweig und 1950 Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht ebendort.

1956 wurde er auf Initiative des Ministerpräsidenten Georg-August Zinn in das Amt des hessischen Generalstaatsanwalts mit Sitz in Frankfurt am Main berufen, das er bis zu seinem Tod 1968 innehatte.

Einer seiner ersten Fälle als Generalstaatsanwalt in Braunschweig machte ihn auch außerhalb Deutschlands bekannt:

1952 war er der Ankläger im sogenannten Remer-Prozess. Bauer prägte dabei den Satz: „Ein Unrechtsstaat, der täglich Zehntausende Morde begeht, berechtigt jedermann zur Notwehr.“10

Infolge dieses Prozesses wurden die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 rehabilitiert und ihr Versuch, Hitler zu töten, legitimiert.

Das Gericht schloss sich Bauers Auffassung in seinem Plädoyer an, der NS-Staat sei „kein Rechtsstaat, sondern ein Unrechtsstaat“ gewesen.11

Im Jahr 1957 informierte Fritz Bauer den Leiter der Israel-Mission in Köln, und damit den israelischen Geheimdienst Mossad, über den Wohnort Adolf Eichmanns in Argentinien, nachdem er diesen von dem in Argentinien lebenden ehemaligen KZ-Häftling Lothar Hermann erfahren hatte.1213

Bauer misstraute der deutschen Justiz und Polizei – er befürchtete, man werde Eichmann von dort aus warnen – und wandte sich früh direkt an Israel.

Der israelische Fotograf und Mossadagent Michael Maor fotografierte 1960 heimlich die Unterlagen von Bauer.

Diese Mitteilung war ein wichtiger erster Anstoß für Eichmanns Ergreifung 1960.14

Zum Hintergrund dieses Vorgangs gehört, dass Bauers Antrag, die deutsche Bundesregierung möge sich um die Auslieferung Eichmanns in die Bundesrepublik bemühen, von der Regierung sofort abgelehnt worden war.15

Der entscheidende Hinweis samt Belegen auf Eichmanns Aufenthaltsort in Buenos Aires, der durch Bauers Vermittlung den Zugriff des Mossad auslöste, stammte indessen von dem deutschen Geologen und Historiker Gerhard Klammer, dem Adolf Eichmann zwischen 1950 und 1953 bei einer Baufirma in der Provinz Tucumán im Nordwesten Argentiniens als ‚Landvermesser‘ zugearbeitet hatte.

Bei einem weiteren Argentinien-Aufenthalt Klammers im Herbst 1959 kam es zu einer Zufallsbegegnung mit Eichmann an dessen neuer Wirkungsstätte in Buenos Aires, bei der Klammer Kenntnis von Eichmanns genauem Aufenthaltsort erlangte.

Unter Mitwirkung von Göttinger Studienfreunden und des ersten evangelischen Militärbischofs der Bundeswehr Hermann Kunst gelangte diese Information samt Belegen im November 1959 an Fritz Bauer.

Als Bauer dem Mossad im Dezember 1959 in Jerusalem Klammers Belege übermittelte, ohne seinen Informanten preiszugeben, ordnete Ben Gurion kurz darauf die Ergreifung Eichmanns an.16

Im Jahr 1958 wurde auf seine Initiative hin ein Konvolut von 100 000 Fahndungsakten nicht ans Bundesarchiv, sondern an die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen übergeben.

Die Vereinten Nationen (UNO) übergaben dorthin eine Fahndungsliste mit 30 000 neuen Tatverdächtigen.17

1959 erreichte Bauer, dass der Bundesgerichtshof die „Untersuchung und Entscheidung“ in der Strafsache gegen Auschwitz-Täter dem Landgericht Frankfurt am Main übertrug.

Auf Weisung Bauers leitete die dortige Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen vormalige Angehörige und Führer der SS-Wachmannschaft des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz ein.

Der erste Auschwitzprozess in Westdeutschland, die „Strafsache gegen Mulka u. a.“, wurde schließlich im Dezember 1963 gegen 22 Angeklagte vor dem Landgericht Frankfurt eröffnet.

Innerhalb der bundesdeutschen Nachkriegsjustiz war Bauer wegen seines Engagements umstritten, hatten doch die meisten damaligen Juristen in der Zeit zuvor schon der NS-Diktatur gedient.

Im August 1959 erhielt Fritz Bauer von Willy Rudolf Foerster Informationen über die Hinrichtung von Gefangenen auf deutschen Blockadebrechern während des Zweiten Weltkrieges.

Diese seien in Japan „mit Gewalt“ auf deutsche Schiffe gebracht und auf der Fahrt „ohne Gerichtsurteil kaltblütig ermordet“ worden.20

Zudem berichtete er Bauer von „unwahren Zeugenaussagen“ ehemaliger deutscher Diplomaten vor Gericht.

Diese hätten zum Ziel gehabt, eine „ernsthafte und eingehende Untersuchung“ seines eigenen Falls zu verhindern.21

Foerster hatte zusammen mit dem Jüdischen Hilfskomitee in Tokio einer beträchtlichen Anzahl von Juden zur Flucht nach Japan verholfen und sie in seinem Unternehmen beschäftigt.

Hierfür war er 1943 verhaftet und gefoltert worden.22

Bauer hielt 1960 vor Vertretern von Jugendverbänden das Referat Die Wurzeln faschistischen und nationalsozialistischen Handelns.

Der Vorschlag des rheinland-pfälzischen Landesjugendrings, den Text Oberstufengymnasien und Berufsschulen als Broschüre zur Verfügung zu stellen, wurde vom Kultusministerium des Bundeslandes abgelehnt.

Die Ablehnung wurde 1962 vom jungen CDU-Abgeordneten Helmut Kohl „nassforsch“ begründet: Der zeitliche Abstand vom Nationalsozialismus sei zu gering, um sich darüber ein abschließendes Urteil bilden zu können.23

Der Text, in dem Bauer Argumente dafür brachte, dass der NS-Staat kein Betriebsunfall der Geschichte war, erschien erst 1965 im Buchhandel.

Die von Bauer begonnenen Ermittlungen gegen mutmaßliche Schreibtischtäter der „Euthanasie“ wurden später eingestellt.

Fritz Bauers Werk galt dem Aufbau einer demokratischen Justiz, der konsequenten strafrechtlichen Verfolgung nationalsozialistischen Unrechts und der Reform des Straf- und Strafvollzugsrechts.

Die Frankfurter Auschwitzprozesse (1963–1981) wären ohne Bauers hartnäckigen Einsatz wohl nicht zustande gekommen.

Die Tatbeteiligten wurden größtenteils nur zu wenigen Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord verurteilt, auch lehnten breite Schichten der Gesellschaft die Verfahren ab.

Dennoch besteht das Verdienst Bauers darin, durch die von ihm angestrengten Prozesse ab Mitte der 1960er Jahre die öffentliche Auseinandersetzung mit der Holocaust-Thematik eingeleitet zu haben.

Von seinen Schriften gilt das 1957 erschienene Buch Das Verbrechen und die Gesellschaft als Hauptwerk.

Darin zweifelt er die Annahme der Willensfreiheit als Grundlage des geltenden Schuldstrafrechts an und plädiert stattdessen anknüpfend an die Lehren von Franz von Liszt und Gustav Radbruch für ein „Kriminalrecht, das – unter Verzicht auf Strafe – ausschließlich Maßnahmen resozialisierenden und sichernden Charakters kennt.“

Bei der von dem Frankfurter Gerichtsmediziner Joachim Gerchow vorgenommenen sogenannten Verwaltungssektion wurden eine Herzvorschädigung, eine schwere akute Bronchitis sowie die Einnahme eines Schlafmittels festgestellt.

Es ergaben sich keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden.25

So vermutete Gerchow in seinem abschließenden Gutachten und späteren Äußerungen einen Suizid.

Darauf hinweisende Verhaltensweisen Bauers vor seinem Tod fehlen indes.

Bauer wurde auf seinen Wunsch entgegen jüdischer Tradition eingeäschert.

Die Anweisung von Bauers Stellvertreter, eine gerichtliche Leichenöffnung zu beantragen, missachtete die dafür zuständige Frankfurter Staatsanwaltschaft aus heute unerkennbarem Grund und gab die Leiche sogleich – auch zur Feuerbestattung – frei.

Eine Verwaltungssektion26 fand statt, weil Angehörige Bauers in Skandinavien zustimmten, worum sich Bauers Stellvertreter bemüht hatte.27

Fritz Bauers Urne wurde auf dem Friedhof Örgryte gamla kyrkogård in Göteborg beigesetzt.

Ein wie ein Eisberg aus dem Boden ragender 4,5 Tonnen schwerer Naturstein wurde 2016 auf der Zeil vor dem OLG Frankfurt am Main als Gedenkstein „Nur die Spitze des Eisbergs“ für Fritz Bauer aufgestellt.

Die Künstlerin Tamara Grcic greift damit ein Zitat Bauers auf: „Sie müssen wissen, es gibt einen Eisberg und wir sehen einen kleinen Teil und den größeren sehen wir nicht“.30

An der Braunschweiger Jasperallee steht eine Gedenktafel zu Fritz Bauer.

Im Juli 2020 wurde im Foyer des Bundesjustizministeriums in Berlin eine bronzene Fritz-Bauer-Büste enthüllt.

Sie solle die Mitarbeiter des Ministeriums stets daran erinnern, „Juristen zu sein, die dem Gesetz und Recht, der Menschlichkeit und dem Frieden nicht nur Lippendienst leisten“, zitierte Ministerin Christine Lambrecht Fritz Bauer.

Entworfen wurde die Büste durch Pavel Feinstein, einen in Berlin lebenden Künstler mit russisch-jüdischen Wurzeln.31

1961 gründete Bauer zusammen mit Gerhard Szczesny die Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union, deren Vorstandsmitglied er längere Zeit war.

Nach seinem Tod stiftete die Humanistische Union den nach ihm benannten ein- oder zweijährlich vergebenen Fritz-Bauer-Preis.

Am Eberhard Ludwig Gymnasium Fritz Bauers, wird seit 2013 jährlich der Fritz-Bauer-Preis für soziales Engagement an je drei Schüler verliehen, die sich in besonderer Weise für andere Schüler oder die Zivilgesellschaft engagieren.32

Der Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz hat den Fritz Bauer Studienpreis für Menschenrechte und juristische Zeitgeschichte 2014 für juristische Doktorarbeiten, die sich mit Fritz Bauer, seinem Werk oder seinen Lebensthemen befassen, gestiftet.33

Das Fritz Bauer Institut zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, eine 1995 in Frankfurt gegründete Stiftung des bürgerlichen Rechts, die sich mit der Geschichte und Wirkung der Shoah befasst, ist ebenfalls nach ihm benannt worden.

Die Justizvollzugsanstalt Darmstadt ist nach Bauer ergänzend mit Fritz-Bauer-Haus benannt worden.34

Die städtische Gesamtschule in Sankt Augustin heißt seit dem 1. August 2017 Fritz-Bauer-Gesamtschule.35

Fritz-Bauer-Platz in Braunschweig mit auf Initiative Bauers angebrachtem Grundgesetz-Zitat als Wandschmuck.

Eine Straße in Stuttgart-Sillenbuch erinnert seit Juni 2010 an Fritz Bauer.

Mit dieser Umbenennung gibt es eine Straße weniger, die den Namen des Antisemiten Heinrich von Treitschke trägt.36

Im neuen Frankfurter Stadtteil Riedberg wurde 2011 ihm zu Ehren die Fritz-Bauer-Straße im Quartier Altkönigblick benannt.37

Ein Platz am Landgericht in der Stadtmitte Braunschweigs wurde im April 2012 als Fritz-Bauer-Platz benannt.38

In Tübingen auf dem Österberg wurde im März 2017 die Scheefstraße umbenannt in Fritz-Bauer-Straße.39

In München-Aubing wurde 2017 eine weitere Straße nach ihm benannt.40

Die Hauptverbindungsstraße zwischen Ratingen-Mitte und Lintorf heißt seit August 2020 Fritz-Bauer-Straße statt ehemals Blyth-Valley-Ring.41

Eine Neubaustraße im Wohngebiet der ehemaligen Gallwitz-Kaserne in Bonn wird nach Fritz Bauer benannt.42

Weitere nach Fritz Bauer benannte Straßen gibt es in Heinsberg nahe der Justizvollzugsanstalt sowie in Altdorf bei Nürnberg.

Seit 2012 ist der große Veranstaltungssaal des Amtsgerichts Stuttgart nach Fritz Bauer benannt.43

Der große Saal des Saalbaus im Frankfurter Stadtteil Gallus, in dem die Auschwitzprozesse stattfanden, wurde 2019 in Fritz-Bauer-Saal umbenannt.44

Der Lichthof des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz erhielt am 15. Januar 2020 die Bezeichnung Fritz-Bauer-Foyer.45

2017 hat Klaus Staeck ein Portraitbild kreiert, mit dessen Verwendung jeder bei der Deutschen Post (individuelle) Fritz-Bauer-Briefmarken bestellen kann.

Zuvor hatte das Bundesfinanzministerium den Vorschlag des Braunschweiger Fritz-Bauer-Freundeskreises abgelehnt, zum 50. Todestag 2018 eine Sonderbriefmarke herauszugeben46

Am 2. November 2019 brachte die Deutsche Post AG im Rahmen ihrer Reihe Aufrechte Demokraten ein 270-Eurocent-Postwertzeichen mit Bauers Konterfei und Zitat “Nichts gehört der Vergangenheit an, alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden” heraus.

Fritz Bauer wurde dort als “Streiter für die Demokratie” geehrt.

Der Entwurf stammt vom Grafiker Detlef Behr aus Köln.47

Am 1. Juli 2018, Fritz Bauers 50. Todestag, würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einem vom Fritz Bauer Institut veranstalteten Gedenkakt in der Frankfurter Paulskirche Bauers Bedeutung für die Frankfurter Auschwitzprozesse und nannte ihn wegen seines Wirkens in der Bundesrepublik „eine der Schlüsselfiguren in der jungen Demokratie“.

Der Historiker Norbert Frei hielt den Gedenkvortrag.48

Der Bundespräsident führte aus, Bauer habe so viel wie kaum ein anderer zur deutschen Rechtspflege und politischen Kultur in den 1950er und 1960er Jahren beigetragen.49

Werke

Die rechtliche Struktur der Truste: Ein Beitrag zur Organisation der wirtschaftlichen Zusammenschlüsse in Deutschland unter vergleichender Heranziehung der Trustformen in den Vereinigten Staaten von Amerika und Rußland. Verlag Bensheimer, Mannheim 1927 = Heidelberg, Jur. Diss., 1927

Die Kriegsverbrecher vor Gericht. Nachwort: Hans Felix Pfenninger. Reihe: Neue Internationale Bibliothek, 3. Europa, Zürich 1945.

= Orig.: Krigsforbrydere for Domstolen. Westermann, Kopenhagen 1945

Das Verbrechen und die Gesellschaft. Ernst Reinhardt, München 1957.

Wurzeln nazistischen Denkens und Handelns. Hg. Hessische Landesbank, Frankfurt o. J. (um 1960).

Die Wurzeln faschistischen und nationalsozialistischen Handelns. Landesjugendring Rheinland-Pfalz Selbstverlag, Mainz 1961, 31 S.

Widerstandsrecht und Widerstandspflicht des Staatsbürgers. In: Hans–Werner Bartsch, Bethke, Farr, Herbert Mochalski und Teblin. Alle Kirchliche Bruderschaft in Hessen und Nassau. (Hg.): 3 Drei Vorträge gehalten auf der Landestagung 4. und 5. November 1961 der Kirchlichen Bruderschaft in Hessen und Nassau. Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Widerstandsrecht und Widerstandspflicht des Staatsbürgers. Rechtsanwalt Heinrich Hannover Bremen. Die Verteidigung des Staates als Gewissensfrage. Dozent Hans–Werner Bartsch. Der Staat ist nicht der liebe Gott. S. 41–64. im Anhang: Einige Fragen und Antworten nach dem Vortrag von Fritz Bauer hier ohne Angabe der Interview–Partner. Tonbandmitschrift soweit verständlich . S. 65–68. Stimme–Verlag. Frankfurt. 1962.

Sexualität und Verbrechen. Beiträge zur Strafrechtsreform. Hg.: Fritz Bauer, Hans Bürger-Prinz, Hans Giese und Herbert Jäger. Fischer TB, Frankfurt 1963. (3. Auflage 1965).

Die neue Gewalt. Die Notwendigkeit der Einführung eines Kontrollorgans in der Bundesrepublik Deutschland. Verlag der Zeitschrift Ruf und Echo, München 1964, 24 S.

Widerstand gegen die Staatsgewalt. Dokumente der Jahrtausende. Zusammenst. & Komm. F. B. – Fischer TB, Frankfurt 1965.

Die Wurzeln faschistischen und nationalsozialistischen Handelns. Europäische Verlagsanstalt. Frankfurt. 1965, 77 S.

Die Wurzeln faschistischen und nationalsozialistischen Handelns. Neuausgabe. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2016, ISBN 978-3-86393-085-1.

Auf der Suche nach dem Recht. Mit 20 Fotos und 7 Zeichnungen. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart. 1966.

Die Reformbedürftigkeit der Strafrechtsreform. Sonderreihe „Aus gestern und heute“, 20. Dokumentationen und zeitgeschichtliche Beiträge. München o. J. (1966), 23 S.

Alternativen zum politischen Strafrecht. Vortrag vom 6. März 1968 bei der Hochschulwoche für staatswissenschaftliche Fortbildung in Bad Nauheim. Bad Homburg v. d. H., Dr. Max Gehlen, Berlin. 1968, 15 S.

Vom kommenden Strafrecht. Vorwort Herbert Jäger. C. F. Müller, Karlsruhe. 1969, 85 S.

Die Humanität der Rechtsordnung. Ausgewählte Schriften. Hrsg. Joachim Perels und Irmtrud Wojak, Campus, Frankfurt. 1998. ISBN 3-593-35841-7.

Nach den Wurzeln des Bösen fragen. Auszüge aus dem Wortlaut eines Vortrags, den Bauer am 5. Februar 1964 in der Frankfurter Universität hielt. In: Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 120 ff. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: online (abgerufen: 24. Mai 2019).

Kleine Schriften. 2 Bände, Herausgegeben im Auftrag des Fritz Bauer Instituts von Lena Foljanty und David Johst, Campus Verlag, Frankfurt am Main 2018. ISBN 978-3-593-50859-7.

Zeugen und Inspiration

Der Filmregisseur und Schriftsteller Alexander Kluge lässt Bauer in seinem Abschied von gestern (1966) ein Plädoyer für die Humanisierung der Justiz halten.

2013 hat er ihm ein Buch gewidmet: 48 Geschichten für Fritz Bauer.

Gerahmt werden diese Geschichten eingangs durch eine Erzählung, die über Bauers Beerdigung berichtet, sowie abschließend durch einen Widmungstext.50

Recht kommt (K.O. in KA) des deutschen Satirikers Jan Böhmermann (unter dem Pseudonym POL1Z1STENS0HN) feat. Justice.

Bauer wird auf dem Wandmosaik Frankfurter Treppe / XX. Jahrhundert von Stephan Huber gewürdigt.

Die Ausstellung Generalstaatsanwalt Fritz Bauer und der Prozess um den 20. Juli (16. Juli bis 28. September 2012 im Landgericht Braunschweig) wurde vom Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte in Kooperation mit der Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig erstellt.51

Im Learning Center des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg wurde ab dem 25. Oktober 2012 die Schülerausstellung Fritz Bauer – Jurist aus Leidenschaft gezeigt.

Konzipiert wurde sie von Abiturienten des Ebelu, der ehemaligen Schule des Juristen.

Weitere Stationen der Ausstellung bis 2015 waren das Ebelu, das Amtsgericht Stuttgart, die Stauffenberg-Erinnerungsstätte Stuttgart, die Baden-württembergische Landesvertretung Berlin und die Ebert-Gedenkstätte Heidelberg.52

Der Prozess um den 20. Juli 1944 – Generalstaatsanwalt Fritz Bauer und das Verfahren gegen Otto Ernst Remer 1952 wegen Verleumdung des Widerstandes.

Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof, Karlsruhe, 27. Juni bis 25. Juli 2013

Fritz Bauer – Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht. Eine Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt, Frankfurt am Main, April bis September 2014, auch:

Landtag Thüringen, Dezember 2014 bis Februar 2015

Landgericht Heidelberg, Heidelberg, 26. Februar bis 17. April 201553

NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus, Köln, 22. April bis 21. August 201654

Militärhistorisches Museum der Bundeswehr, Dresden, 10. März bis 28. Juni 201755

Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten, 15. Oktober 2017 bis 25. Februar 201856

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Nürnberg, 15. März bis 3. Juni 201857

Topographie des Terrors, Berlin, 22. Mai bis 17. Oktober 202158

Justizpalast (Wien) 21.4. bis 19.5.2022

Alexander Kluge: Abschied von gestern. Film, Deutschland 196659

David Wittenberg: Die Würde eines jeden Menschen. Erinnern an Fritz Bauer. Film, Deutschland 1995

Ilona Ziok: Fritz Bauer – Tod auf Raten. Deutschland 2010, 97 Min.60616263

Peter Hartl, Andrzej Klamt: Mörder unter uns – Fritz Bauers Kampf, Dokumentation, 44:18 min, 201364

Im Labyrinth des Schweigens, Spielfilm von Giulio Ricciarelli mit Gert Voss als Fritz Bauer, Deutschland 201465

Der Staat gegen Fritz Bauer (in Österreich: Die Heimatlosen), Spielfilm von Lars Kraume mit Burghart Klaußner als Fritz Bauer, Deutschland 2015, 105 min.

Der Film porträtiert Fritz Bauer und zeigt das politische und geistige Klima der Gesellschaft in der BRD der 1950er und 1960er Jahre.66

Die Akte General, TV-Politikdrama von Stephan Wagner, mit Ulrich Noethen als Fritz Bauer, Das Erste 2016.

Der Film beschäftigt sich mit dem innenpolitischen Druck, unter dem Bauer stand, mit der Verwicklung der Regierung Adenauer in den Eichmann-Prozess sowie der Rolle der politischen Geheimdienste in der jungen deutschen Demokratie.

Fritz Bauer – Generalstaatsanwalt. Nazi-Jäger von Catherine Bernstein, 2016 Arte Frankreich67

David Johst, im Auftrag des Fritz Bauer Instituts (Hrsg.): Fritz Bauer. Sein Leben, sein Denken, sein Wirken. Tondokumente mit Originaltönen von Fritz Bauer, kommentiert und eingeleitet von Burghart Klaußner, 4 CDs (306 Min.), Der Audio Verlag, 2017, ISBN 978-3-86231-994-7

Fritz Bauer Institut (Hrsg.): Fritz Bauer. Gespräche, Interviews und Reden aus den Fernseharchiven 1961‒1968, 2 DVDs (298 Min.), Absolut MEDIEN, Berlin 2014, ISBN 978-3-8488-4017-5

Fritz Backhaus, Monika Boll, Raphael Gross (Hrsg.): Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung des Fritz Bauer Instituts und des Jüdischen Museums Frankfurt, Campus, Frankfurt a. M. 2014, ISBN 978-3-593-50105-5.

Gerhard Beier: Arbeiterbewegung in Hessen. Zur Geschichte der hessischen Arbeiterbewegung durch einhundertfünfzig Jahre (1834–1984). Insel, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-458-14213-4, S. 366.

Wolfgang Bittner: Bauer, Fritz. In: Edmund Jacoby (Hrsg.): Lexikon Linker Leitfiguren. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main, Olten und Wien 1988, ISBN 3-7632-3028-9. S. 33–35.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (Hg.): Fritz Bauer – ‘Ein Held von gestern für heute’ . Die erste Verleihung des ‘Fritz Bauer Studienpreises für Menschenrechte und juristische Zeitgeschichte’ am 1. Juli 2015 im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz in Berlin.

Mit Beiträgen von Raphael Gross, Arthur von Grunewald, Heiko Maas, Andreas Werkmeister und Auszüge aus TV – Interviews mit Fritz Bauer (S. 12 + 13). Berlin. Oktober 2015. 32. S. Sie auch online Artikel vom 2. Juli 2015: „’Ein Held von gestern für heute’ – Maas zeichnet Nachwuchsjuristen mit ‘Fritz Bauer Studienpreis’ aus“ (abgerufen: 24. Mai 2019).

Herta Däubler-Gmelin: Fritz Bauer – Erinnerung an einen großen sozialdemokratischen Juristen. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 136 ff.

Udo Dittmann: Fritz Bauer und die Aufarbeitung der NS-Euthanasie. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 208 ff.

Fritz Bauer Institut (Hrsg.): Gedenkakt aus Anlass des 30. Todestages von Fritz Bauer. 1. Juli 2018, Paulskirche Frankfurt am Main, Wallstein-Verlag, Göttingen 2018, ISBN 978-3-8353-3379-6.

Fritz Bauer Institut, Katharina Rauschenberger (Hrsg.) Rückkehr in Feindesland. Fritz Bauer in der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte, Campus, Frankfurt am Main 2013, EAN 9783593399805.

Claudia Fröhlich: „Wider die Tabuisierung des Ungehorsams“. Fritz Bauers Widerstandsbegriff und die Aufarbeitung von NS-Verbrechen. Wissenschaftliche Reihe des Fritz-Bauer-Instituts, Bd. 13. Campus, Frankfurt 2006, ISBN 3-593-37874-4.

Thomas Harlan: Fritz Bauer und die Erziehung der Deutschen zur Mündigkeit. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 282 ff.

Wolfgang Klötzer (Hrsg.): Frankfurter Biographie. Personengeschichtliches Lexikon. Erster Band. A–L (= Veröffentlichungen der Frankfurter Historischen Kommission. Band XIX, Nr. 1). Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-7829-0444-3, S. 45.

Helmut Kramer: Ein großes Vorbild, ein Mensch. In: Der Tagesspiegel, 22. Dezember 2014.

Hanno Loewy und Bettina Winter (Hrsg.): NS-„Euthanasie“ vor Gericht. Fritz Bauer und die Grenzen juristischer Bewältigung. Wissenschaftliche Reihe des Fritz-Bauer-Instituts, Bd. 1. Campus, Frankfurt 1996, ISBN 3-593-35442-X.

Matthias Meusch: Von der Diktatur zur Demokratie. Fritz Bauer und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen in Hessen 1956–1968. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau, Nr. 70. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 2001, ISBN 978-3-930221-10-3.

Christof Müller-Wirth: Eine letzte Begegnung mit Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer am 28. Juni 1968 im Schlosshotel in Karlsruhe. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 280 ff.

Kurt Nelhiebel: Über den Umgang mit Auschwitz und Fritz Bauer. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 248 ff.

Sigmund Pfender: Fritz Bauer – Sein Mut und die Notwendigkeit zum Widerstand: “Im aufrechten Gang seiner Pflicht”, Latenz 1/2016, S. 242ff.

Heribert Prantl: Ein Erschütterer. In: Süddeutsche Zeitung, 17. Oktober 2015.

Erardo Cristoforo Rautenberg: Die Auseinandersetzung des Generalstaatsanwalts Dr. Fritz Bauer mit dem NS-Unrecht, Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 162–196.

Werner Renz (Hrsg.): „Von Gott und der Welt verlassen“. Fritz Bauers Briefe an Thomas Harlan. Mit Einführungen und Anmerkungen von Werner Renz und Jean-Pierre Stephan, Campus, Frankfurt a. M. 2015, ISBN 978-3-593-50468-1.

Werner Renz: Fritz Bauer und das Versagen der Justiz. Nazi-Prozesse und ihre „Tragödie“. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2015, ISBN 978-3-86393-068-4.

Dieter Schenk: Die Todesumstände von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. in Zs. Einsicht 08, Bulletin des F.-B.-Instituts Frankfurt, Jg. 4, Herbst 2012, ISSN 1868-4211. S. 38–43 und bei Backhaus/Boll/Gross, 2014, siehe oben, S. 275–290.68

Claudia Schumerich: Was mir sauer aufstieß. Eindrücke von einem Gang durch die Fritz-Bauer-Ausstellung. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 302 ff.

Ilse Staff: Fritz Bauer (1903–1968). „Im Kampf um des Menschen Rechte.“ In: Kritische Justiz (Hrsg.): Streitbare Juristen. Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden 1988, ISBN 3-7890-1580-6, S. 440 ff.

Ronen Steinke: Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht. Biografie mit einem Vorwort von Andreas Voßkuhle. Piper, München 2013, ISBN 978-3-492-05590-1, auch japanische und polnische Ausgaben.

Rezension von Ralf Oberndörfer: Ronen Steinke: Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht. Vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik Nr. 205 (Heft 1/2014), S. 98 ff. und Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 372 f.

Darauf bezugnehmend Kurt Nelhiebel: Die Nestbeschützer. In: Der Tagesspiegel, 8. Dezember 2014. Dazu Richtigstellung der Tagesspiegel-Redaktion am 15. Dezember 2014 sowie Erwiderung durch Helmut Kramer Ein großes Vorbild, ein Mensch in Der Tagesspiegel, 22. Dezember 2014.

Rezension von Erardo Cristoforo Rautenberg: Die Demontage des Generalstaatsanwalts Dr. Fritz Bauer. Nicht nur eine Kritik der Biographie von Ronen Steinke. Neue Justiz, Heft 9/2014, S. 369 ff. Dazu Erwiderung von Ronen Steinke: Wissenschaftliche Standards verletzende Polemik. Eine Antwort auf Erardo C. Rautenberg. Neue Justiz, Heft 12/2014, S. 513–515. Dazu Erardo Cristoforo Rautenberg: Die Antwort von Ronen Steinke auf meine Besprechung seines Buches „Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht“: Eine Replik. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 374 ff.

Ronen Steinke: Juristische Klassiker – neu gelesen: Fritz Bauer, Die Kriegsverbrecher vor Gericht (1945). Kritische Justiz, Heft 3/2013, S. 298–306.

Ronen Steinke: Ein deutscher Held, Süddeutsche Zeitung v. 20. Dezember 2013.

Ronen Steinke: Keynote address über Fritz Bauer zum Neujahrsempfang des Bundesjustizministeriums, 29. Januar 2014.

Ronen Steinke: „Ich stehe doch praktisch in einem luftleeren Raum“. Fritz Bauers bemerkenswerte und melancholische Brieffreundschaft mit dem Künstler Thomas Harlan, Süddeutsche Zeitung v. 20. Oktober 2015.

Ronen Steinke: Fritz Bauer und die ungesühnte Nazijustiz. Zum Umgang des einstigen hessischen Generalstaatsanwalts mit NS-Justizverbrechen, Kritische Justiz, Heft 1/2016, S. 129–136.

Darauf bezugnehmend Erardo Cristoforo Rautenberg: Die Auseinandersetzung des Generalstaatsanwalts Dr. Fritz Bauer mit dem NS-Justizunrecht. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 162 ff. online

Ronen Steinke: Laudatio auf einen großen Demokraten, Süddeutsche Zeitung v. 2. Juli 2018.

Ronen Steinke: Späte Ehre. Wie Fritz Bauer die Männer des 20. Juli 1944 rehabilitierte, Süddeutsche Zeitung v. 20. Juli 2019.

Ronen Steinke: Auf der richtigen Fährte. Fritz Bauers Rolle bei der Ergreifung Adolf Eichmanns, Jüdische Allgemeine v. 7. Mai 2020.

Hans-Ulrich Wagner: Fritz Bauer und das Radio, in: Zeithistorische Forschungen 16 (2019), S. 164–176.

Constanze Weinberg: Briefe zu einer Ausstellung. Zeitzeuge beanstandet Nazipropaganda zu Lasten von Fritz Bauer. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 304 f.

Rebecca Wittmann: Zu wenig, zu spät: Wie Fritz Bauers Vision in Vergessenheit geriet. In: Forschungsjournal Soziale Bewegungen. Heft 4/2015, S. 234 ff.

Irmtrud Wojak: Fritz Bauer 1903–1968. Eine Biographie. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-58154-0.6970

Irmtrud Wojak: Fritz Bauer und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen nach 1945. (PDF; 220 kB) Reihe: Blickpunkt Hessen. Nr. 2. Hessische Landeszentrale für politische Bildung. 2. überarbeitete Auflage, November 2011, ISBN 3-927127-49-3 (Zugleich Habilitationsschrift an der Universität Hannover 2008).

Irmtrud Wojak: Fritz Bauer: „Im Kampf um des Menschen Rechte“. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 125 ff.

Irmtrud Wojak: Fritz Bauer und Martin Luther King jr. oder die Pflicht zum Ungehorsam. Forschungsjournal Soziale Bewegungen, Heft 4/2015, S. 144 ff.

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↑ Fritz Bauer – Munzinger Biographie. Abgerufen am 28. Januar 2021.

↑ Ronen Steinke: Fritz Bauer. Oder Auschwitz vor Gericht. München 2013, S. 56–65

↑ David Rüschenschmidt: Fritz Bauer (1903 – 1968). In: Manfred Blänkner, Axel Bernd Kunze: Rote Fahnen, Bunte Bänder. Korporierte Sozialdemokraten von Lassalle bis heute. Mit einem Vorwort von Erhard Eppler, Bonn 2016, S. 65–73

↑ Ronen Steinke: Fritz Bauer. Oder Auschwitz vor Gericht. München 2013, S. 71

↑ Ronen Steinke: Fritz Bauer. Oder Auschwitz vor Gericht. München 2013, S. 88 f.

↑ a b Rudolf Walther: Erinnerung an einen Unvergessenen. Neues Deutschland, 26. Juli 2014, S. 17

↑ Frankfurter Allgemeine Zeitung über die Ausstellung im jüdischen Museum Frankfurt, „Was wir von Fritz Bauer lernen können“. Abgerufen am 9. Oktober 2015

↑ Siehe dazu kritisch Erardo Cristoforo Rautenberg: Die Auseinandersetzung des Generalstaatsanwalts Dr. Fritz Bauer mit dem NS-Unrecht., S. 2

Jan Feddersen: Die Denunziation. In: taz.de, 8. Oktober 2015

Ronen Steinke: „Fritz Bauers Lebensumstände lassen die Vermutung – nicht mehr als das – als möglich erscheinen, dass es eine homosexuelle Grundorientierung Fritz Bauers gab, die seinerzeit nicht gelebt werden konnte, wollte er seine politische Existenz nicht aufs Spiel setzen.“ in: Neue Justiz 2014, S. 515

↑ Erardo Cristoforo Rautenberg: Zu Haus unter Feinden. In: Wochenzeitung Die Zeit, Hamburg, Nr. 47, 13. November 2014, S. 17

↑ Urteil des Braunschweiger Landgerichts im März 1952, zitiert nach: Lenz, Friedrich (1953): Der ekle Wurm der deutschen Zwietracht: politische Problem rund um den 20. Juli, 1944. Selbstverlag. Die Anklageschrift und das Plädoyer Bauers sind abgedruckt in: Monika Nöhre (Hrsg.): Zerstörte Rechtskultur. Vorträge im Berliner Kammergericht. Berlin 2013, S. 45 ff.

↑ Eichmann vor Gericht, Fritz Bauer Archiv

↑ Ronen Steinke: Auf der richtigen Fährte. In: juedische-allgemeine.de. 7. Mai 2020, abgerufen am 11. April 2021.

↑ Zum Hintergrund gehört, dass sowohl die CIA als auch der Bundesnachrichtendienst bereits 1958 die Tarnidentität Eichmanns aufgedeckt hatten und seinen genauen Aufenthaltsort kannten, siehe Scott Shane: C.I.A. Knew Where Eichmann Was Hiding, Documents Show.

↑ Irmtrud Wojak: Fritz Bauer 1903–1968. Eine Biographie. München 2009, S. 302

↑ Bettina Stangneth, Willi Winkler: Der Mann, der Adolf Eichmann enttarnte, in Süddeutsche Zeitung, Nr. 192. 21./22. August 2021, S. 11–13.

↑ Knud von Harbou: Schmerzliches Vermächtnis in Süddeutsche Zeitung. 11. Oktober 2021, S. 15

↑ Rudolf Wassermann: Fritz Bauer (1903–1968). In: Peter Glotz und Wolfgang R. Langenbucher (Hrsg.): Vorbilder für Deutsche. Korrektur einer Heldengalerie. München, Zürich 1974, S. 296

↑ Feindliches Ausland. In: Der Spiegel, 31. Juli 1995

↑ Clemens Jochem: Der Fall Foerster: Die deutsch-japanische Maschinenfabrik in Tokio und das Jüdische Hilfskomitee Hentrich und Hentrich, Berlin 2017, S. 71 f., ISBN 978-3-95565-225-8.

↑ Jochem: Der Fall Foerster, Berlin 2017, S. 168.

↑ Jochem: Der Fall Foerster, Berlin 2017, S. 181 ff.

↑ Conrad Taler (alias Kurt Nelhiebel): Asche auf vereisten Wegen. Eine Chronik des Grauens. Berichte vom Auschwitz-Prozess. Köln 2003, S. 139

↑ Fritz Bauer: Das Verbrechen und die Gesellschaft, S. 252, siehe dazu Erardo Cristoforo Rautenberg: Fritz Bauer: Das Verbrechen und die Gesellschaft. Neue Justiz, 2016, S. 316 ff.

↑ Irmtrud Wojak: Fritz Bauer 1903 – 1968. Eine Biographie. München 2009, S. 30, sowie Dieter Schenk, siehe Lit., 2012 und 2014

↑ Einer Verwaltungssektion zugeführt werden sollten alle unklaren oder gewaltsamen Todesfälle, an deren weiterer Aufklärung die Staatsanwaltschaft kein Interesse hat. Burkhard Madea u. a.: Verwaltungssektionen: Dringende Notwendigkeit auf aerzteblatt.de, abgerufen am 28. April 2017

↑ Erardo Cristoforo Rautenberg: Die Auseinandersetzung des Generalstaatsanwalts Dr. Fritz Bauer mit dem NS-Unrecht. S. 16.

↑ Heribert Prantl: Ein Erschütterer. Süddeutsche Zeitung Nr. 245 vom 24. Oktober 2015, S. 57

↑ zitiert nach: Welt.de

↑ Oliver Teutsch: Denkmal für Fritz Bauer – Ein Eisberg auf der Zeil für Fritz Bauer. In: Frankfurter Rundschau, 13. Mai 2016; https://www.kunst-im-oeffentlichen-raum-frankfurt.de/de/page157.html?id=302

↑ Maria Ugoljew: Bronzener Charakterkopf. In: Jüdische Allgemeine. 2. Juli 2020, abgerufen am 11. Juli 2020.

↑ Fritz-Bauer-Preis, Ebelu

↑ Fritz-Bauer-Studienpreis des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz, abgerufen am 28. April 2017

↑ Justizvollzugsanstalt Darmstadt, abgerufen am 28. April 2017

↑ Kölner Stadt-Anzeiger, Ausgabe vom 22. August 2017, S. 31; http://www.fritz-bauer-gesamtschule.de/, abgerufen am 28. September 2017

↑ Bis heute kommt Post an die Treitschkestraße, Stuttgarter Zeitung, 5. November 2019

↑ Straße Nr. 8515 für Fritz Bauer auf fr-online.de, abgerufen am 26. Februar 2016.

↑ Bekanntmachung von Straßenbenennungen: Fritz-Bauer-Platz auf braunschweig.de, abgerufen am 29. August 2012.

↑ Straße umbenannt. Aus Scheef wurde Fritz Bauer, Schwäbisches Tagblatt, 28. März 2017

↑ Landeshauptstadt München Redaktion: Straßenneubenennung. Abgerufen am 4. Mai 2020.

↑ Ehemaliger Blyth-Valley-Ring heißt jetzt Fritz-Bauer-Straße, Stadt Ratingen, 21. August 2020

↑ Verbindung auf dem Hardtberg bleibt bis Mitte April dicht, General-Anzeiger, 9. April 2020

↑ Großer Veranstaltungssaal des Amtsgerichts Stuttgart trägt Namen des gebürtigen Stuttgarters und früheren hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer – Justizminister enthüllt Erinnerungstafel. Justizministerium Baden-Württemberg, 13. Februar 2012, abgerufen am 25. Januar 2020.

↑ Journal Frankfurt: Ehrung von Fritz Bauer , 7. März 2019

↑ BM der Justiz und für Verbraucherschutz: „Wir haben heute unseren Lichthof nach #FritzBauer benannt. Fritz Bauer war ein großer Jurist. Als Generalstaatsanwalt brachte er das Menschheitsverbrechen von Auschwitz vor Gericht. Sein Wirken bleibt Ansporn und Vorbild für uns – gerade heute.“ In: Twitter-Account @BMJVBund. 15. Januar 2020, abgerufen am 17. Januar 2020.

↑ Generalstaatsanwaltschaft des Landes Brandenburg: Briefmarke mit Fritz Bauer Motiv, abgerufen am 7. Oktober 2017

↑ Neues Sonderpostwertzeichen »Fritz Bauer«. Abgerufen am 3. November 2019.

↑ Ronen Steinke Laudatio auf einen großen Demokraten, Süddeutsche Zeitung vom 2. Juli 2018, S. 5

http://www.bundespraesident.de: Der Bundespräsident / Reden / Festakt zum 50. Todestag von Fritz Bauer. Abgerufen am 1. Juli 2018.

↑ Alexander Kluge: „Wer ein Wort des Trostes spricht, ist ein Verräter“. 48 Geschichten für Fritz Bauer. Suhrkamp, Berlin 2013, S. 6–9 und 113

↑ Ausstellungsankündigung des Landgerichts Braunschweig, abgerufen am 29. August 2012.

↑ Schülerausstellung “Fritz Bauer -Jurist aus Leidenschaft”, Haus der Geschichte Baden-Württemberg

↑ Heidelberger Ausstellung würdigt Nazi-Jäger Fritz Bauer. (Memento vom 27. Februar 2015 im Internet Archive) auf ka-news.de

↑ Fritz Bauer. Der Staatsanwalt – NS-Verbrechen vor Gericht. Abgerufen am 18. März 2019.

↑ Fritz Bauer. Der Staatsanwalt – NS-Verbrechen vor Gericht

↑ Sonderausstellungen – Jüdisches Museum Westfalen. In: Jüdisches Museum Westfalen. (jmw-dorsten.de abgerufen am 1. Februar 2018).

↑ Museen Nürnberg: Ausstellung “Fritz Bauer. Der Staatsanwalt” – Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Abgerufen am 30. Juni 2018.

↑ Topographie des Terrors: Sonder- und Wechselausstellungen. Topographie des Terrors, abgerufen am 26. Mai 2021.

↑ Alexander Kluge: Abschied von gestern. Protokoll. in: Enno Patalas (Hrsg.): Cinemathek. Ausgewählte Filmtexte. Bd. 17, Verlag Filmkritik, Frankfurt am Main 1967, S. 71–74

↑ Prädikat: „Besonders wertvoll“, Titel „Dokumentarfilm des Monats Januar 2011“ verliehen durch die FBW, Website zum Film: Fritz Bauer – Tod auf Raten. abgerufen am 28. April 2017

↑ Der wiederholten Behauptung im Film, Bauers Tod sei geheimnisumwittert ist entgegengehalten worden, dass Ziok dadurch den falschen Unterton einer mörderischen Verschwörung gegen Bauer hineingebracht habe. Dazu hat der brandenburgische Generalstaatsanwalt Rautenberg bemerkt: „Auch hat Ziok nicht ignorieren können, dass wegen der zahlreichen Fritz Bauer gegenüber ausgesprochenen Morddrohungen nicht wenige von seiner Ermordung überzeugt sind. Zwar haben sich dafür keine Anhaltspunkte ergeben, doch lässt sich dies andererseits auch nicht mit völliger Sicherheit ausschließen. Dieser Befund ist angesichts des Umstandes, dass eine Vielzahl von Personen ein Tatmotiv gehabt haben könnten – und einige darunter auch gewusst haben dürften, wie man einen Mord verschleiert, nicht geeignet, die Zweifler endgültig verstummen zu lassen.“

↑ Anja Seeliger: Berlinale Der Ungeehrte. Rezension auf perlentaucher.de, abgerufen am 28. April 2017

↑ Ann Claire Richter: Ein mutiger Kämpfer gegen das Verdrängen. in Braunschweiger Zeitung, abgerufen am 28. April 2017 (PDF; 601 kB)

↑ Video ZDF History: Mörder unter uns – Fritz Bauers Kampf (29. Januar 2014, 23:25 Uhr, 44:19 Min.) in der ZDFmediathek, abgerufen am 29. Januar 2014.

↑ Trailer Im Labyrinth des Schweigens. auf upig.de, abgerufen am 28. April 2017

↑ Paul Katzenberger: Held in Robe, Rezension vom 31. Juli 2015, sueddeutsche.de, abgerufen am 28. April 2017

↑ Fritz Bauer – Generalstaatsanwalt. Nazi-Jäger. Abgerufen am 24. August 2020.

↑ Minutiöse Erwägung kriminalistischer, gerichtsmedizinischer und psychologischer Faktoren, mit dem Ergebnis, dass der Tod Bauers ungewollt und medizinisch bedingt gewesen sei. Demgegenüber ist der brandenburgische Generalstaatsanwalt Rautenberg bei seiner Erörterung der Todesumstände (Lit. 2015, S. 179–185 bzw. S. 15–21) nun zu dem Ergebnis gekommen, dass weder ein Suizid noch ein verdeckter Mord mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden kann, weil sich die Frankfurter Ermittlungsbehörden gar nicht um eine umfassende Aufklärung der Todesumstände bemüht hätten und dies im Nachhinein nicht mehr möglich sei.

↑ Claudia Moisel: Rezension Fritz Bauer 1903–1968. Eine Biographie. auf hsozkult.de, abgerufen am 28. April 2017.

↑ Fritz Bauer 1903–1968. Eine Biographie. Rezensionsüberblick auf perlentaucher.de, abgerufen am 28. April 2017.

Fritz Bauer – Stationen eines Lebens

Bauers vor vater Leopold Hirsch, Alt waren händler und Kauf mann, seit 1837 Vorsteher der Jüdischen Gemeinde, beantragte als erster seit der Vertreibung der Tübinger Juden in der Mitte des 15. Jahrhunderts die Aufnahme in den Tübinger Bürger verband.

Sein erfolg reicher Rechts streit wurde zum Präzedenz fall und Leopold Hirsch zum Vorreiter der Emanzipation in Württemberg.

Bauers Großvater mütter licher seits, Gustav Hirsch, wurde 1848 als siebtes Kind von Leopold und Therese Hirsch in Wankheim geboren.

Gustav Hirsch ist es erspart geblieben, die Emigration seiner Tochter Ella, die 1902 den Kaufmann Ludwig Bauer in Stuttgart heiratete, und seiner Enkelkinder Margot und Fritz Bauer zu erleben.

Die Familie väterlicher seits spiegelt ebenso die Geschichte einer angestrebten, letztlich gescheiterten deutsch-jüdischen Assimilation.

Ludwig Bauer, frei williger Grenadier des Regiments Königin Olga 1894/95, Kriegs teil nehmer des Ersten Welt kriegs 1914 bis 1918 und seit 1935 Ehren kreuz träger, war mit seinen beiden Brüdern Besitzer einer Textil waren handlung in der Stuttgarter Innen stadt, die ebenso wie das eigene Haus – und das Tübinger Geschäft – 1938 unter Wert verkauft werden mußten.

Ludwig und Ella Bauer emigrierten nach Dänemark.

Lebens weg und -werk Fritz Bauers wurden von zwei Welt kriegen geprägt.

Fritz Bauer wurde am 16. Juli 1903 als Sohn des Textilgroßhändlers Ludwig Bauer und dessen Ehefrau Ella, geborene Hirsch, in Stuttgart geboren.

Als Student in Heidelberg, München und Tübingen gehörte er zur Nach kriegs jugend des Ersten Welt kriegs, die in der zweiten Hälfte der Weimarer Deutschen Reichs Republik den Weg in ein aktives Berufs leben suchte.

Von 1912 bis 1921 besuchte Fritz Bauer das Eberhard-Ludwig-Gymnasium in Stuttgart und begann nach dem Abitur ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Heidelberg, München und Tübingen.

Begeistert las der Student Fritz Bauer in den Wäldern rings um das Heidelberger Schloß Gustav Radbruchs 1910 erschienene Einführung in die Rechtswissenschaft und machte dicke Unterstreichungen:

„Der Neigung zur Reglementierung und Rationalisierung ein Gegengewicht zu bieten, ist die historische Aufgabe des Juristen aus Freiheitssinn, vom Amtsrichter, der Übergriffe der polizeilichen Verordnungsgewalt als solche kennzeichnet, bis zum Verteidiger, der die Kunst gegen unzüchtige Richter schützt.

Diese Juristen sind die Vorposten des Rechtsstaats gegen unseren angeborenen Hang zum Polizeistaat.“

Im Dezember 1924 legte er seine erste Juristische Staatsprüfung in Tübingen ab, trat im selben Monat sein Referendariat an und promovierte 1925 bei Karl Geiler in Heidelberg zum Dr. jur. mit einer Dissertation über „Die rechtliche Struktur der Truste“.

Die Verbindung von juristischer, auch richterlicher Tätigkeit betrachtete er schon in seiner Jugend als selbstverständlich.

Im Februar 1928 legte er seine zweite Juristische Staatsprüfung ab, wurde Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Stuttgart und schließlich im April 1930 beim Amtsgericht Stuttgart jüngster Amtsrichter Deutschlands.

Fritz Bauer war Mitbegründer des Republikanischen Richterbunds in Württemberg, 1930 wurde er Vorsitzender der Ortsgruppe Stuttgart des „Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold“.

Im April 1933 wurde Fritz Bauer aufgrund seiner politischen Aktivitäten von der Gestapo verhaftet, in das KZ Heuberg und später in die Ulmer Strafanstalt verbracht, und erst Ende 1933 wieder entlassen.

Als rassisch und politisch Verfolgter des NS-Regimes mußte er 1936 nach Dänemark und 1943 mit dänischen Juden nach Schweden flüchten.

Er wurde in Kopenhagen – wie auch 1943 im Exil in Schweden – in politischen exilanten kreisen aktiv.

Gemeinsam mit Willy Brandt gründete er in Schweden die Sozialistische Tribüne als theoretisches Organ der sozialdemokratischen Partei im Exil.

Von 1945 bis 1949 kehrte Fritz Bauer nach Dänemark zurück, wo er vorübergehend in der Wirtschafts- und Finanzverwaltung und vor allem in der Redaktion der Flüchtlingszeitung Deutsche Nachrichten tätig war.

Die Rückkehr nach Deutschland fiel Fritz Bauer nicht leicht, doch in Dänemark fand er keine seinem juristischen und wirtschaftswissenschaftlichem Format angemessene Stellung.

Drei Jahre bemühte er sich um eine Rückkehr, bis er 1949 zum Landgerichtsdirektor, dann zum Generalstaatsanwalt in Braunschweig berufen wurde.

„Ich habe gewußt, wohin ich gehören möchte“, kommentierte Fritz Bauer später seine Erinnerungen.

Als Remigrant zählte er nach 1949 zu der Minder heit politischer Flüchtlinge, die nach dem Zweiten Welt krieg in der west deutschen Nach kriegs justiz am Neu auf bau eines demokratischen Rechts staats beteiligt waren.

In der SPD und Gewerkschaftskreisen wurde er zu einer bedeutenden Gestalt und war Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristen“ und des „Rechtspolitischen Ausschusses“ sowie Mitherausgeber der theoretischen Zeitschrift der SPD Die neue Gesellschaft.

In Frankfurt am Main zählte er zu den Mitbegründern des Ortsverbandes der „Humanistischen Union“.

Der Hessische Ministerpräsident Georg August Zinn rief Fritz Bauer 1956 als Generalstaatsanwalt nach Frankfurt am Main, wo er bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 1968 lebte.

Fritz Bauer machte die Gedankenwelt des republikanischen Rechtsdenkens von Weimar, das er in der Emigration im Kampf gegen das NS-Regime aufrecht erhielt, für den Aufbau einer demokratischen Ordnung fruchtbar.

Die Verfahren gegen die nationalsozialistischen Verbrecher waren für ihn Prüfsteine der Herausbildung eines neuen Rechtsbewußtseins, verbunden mit der Aufforderung an die Gesellschaft zur Selbstaufklärung.

Wie kaum ein anderer trieb er die juristische Aufarbeitung der Verbrechen des NS-Regimes voran.

Zahlreiche Bücher und Aufsätze dokumentieren vor allem sein Engagement für die Begründung einer neuen Rechtsauffassung innerhalb der deutschen Nachkriegsjustiz der 50er und 60er Jahre.

Die NS-Prozesse waren für ihn Bestandteile eines demokratischen Neubeginns, wobei die normative Abgrenzung vom NS-Unrechtsstaat verbunden war mit einer systematischen Interpretation des Widerstandsrechts und der Widerstandspflicht eines jeden gegenüber diktatorischer Staatsgewalt.

Diese Auffassung vertrat er nicht nur in seinem Plädoyer im „Remer-Prozeß“ von 1952, sondern ebenso hinsichtlich der Beteiligung der deutschen Justiz an der NS-Euthanasie und der Täterschaft bei den Morden der Einsatzgruppen und in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern.

Mit dem „Remer-Prozeß“, der in der bundesdeutschen Öffentlichkeit starke Resonanz fand, brachte er den spektakulärsten Prozeß zur Wiederherstellung der Integrität der Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime in Gang.

Fritz Bauer plädierte für die Anerkennung formaler Demokratieprinzipien, für eine umfassende Reform des Strafrechts und Strafvollzugs.

Bei der Bewertung der Gewaltverbrechen in den Konzentrationslagern insistierte er, daß der Begriff des gesetzlichen Unrechts nicht nur die objektive Seite des Tatgeschehens bezeichnete, sondern auch die subjektive Tatseite einschließen müsse, indem er fragte: „Sind diejenigen, die in Auschwitz waren, dabeigewesen, weil sie selber Nazis waren oder nicht?“

Aus seiner Sicht mußte „die Bejahung des durch keinen Gesetzgeber antastbaren Kernbereich des Rechts – ein Minimum an Menschenrechten wie das Recht auf Leben“ auch die Bejahung eines „Kernbereichs an Rechts- und Unrechtsbewußtsein bei einem jeden nach sich ziehen“.

Diese Sicht stand im Gegensatz zur Tendenz der zeitgenössischen Rechtsprechung, die Einsatzgruppenführer, administrative Leiter von Konzentrationslagern und am Anstaltsmord beteiligte Ärzte, das ausführende Personal der Vernichtungslager als bloße Gehilfen in einem ihnen fremden Geschehen zu qualifizieren.

Neben zahlreichen anderen Nachforschungen übernahm die Dienststelle Fritz Bauers 1959 die Ermittlungen gegen den „Euthanasie“-Professor Werner Heyde, dem die Ermordung von 100.000 behinderten und kranken Menschen angelastet wurde.

Im Jahr 1960, die Vorbereitungen zum Auschwitz-Prozeß hatten bereits begonnen, wurde auf seinen Hinweis Adolf Eichmann in Argentinien gefaßt und vom israelischen Geheimdienst nach Jerusalem gebracht.

Ein Ermittlungsverfahren gegen Staatssekretär Globke im Bonner Bundeskanzleramt, Kommentator der Nürnberger Rassegesetze, gegen den Beschuldigungen erhoben worden waren, an NS-Verbrechen in Griechenland beteiligt gewesen zu sein, brachte Fritz Bauer Kritik der Medien und der hessischen CDU ein, die sich wiederholen sollte.

Man warf ihm eine Politisierung der Justiz vor; aber die hessische Landesregierung wehrte die Kritik ab und stellte sich hinter den Generalstaatsanwalt.

So auch kurz vor der Eröffnung des Auschwitz-Prozesses.

Der Auschwitz-Prozeß war eines der wichtigsten Anliegen Fritz Bauers.

Im Februar 1959 stellte er den Antrag, der Bundesgerichtshof möge die Zuständigkeit des Landgerichts Frankfurt am Main für alle in Auschwitz begangenen Straftaten begründen.

Am 20. Dezember 1963 begann im Frankfurter Römer das Auschwitz-Verfahren „gegen Mulka und andere“.

Unter den Augen von allein 20 000 Zuschauern im Gerichtssaal kam das in Auschwitz geschehene akribisch genau zur Sprache und fand in den Medien, in Ausstellungen und auf der Bühne in Peter Weiss‘ Oratorium Die Ermittlung seinen Niederschlag. Erstmals gewann die Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland eine öffentliche Dimension.

Der Auschwitz-Prozeß war noch nicht abgeschlossen, als die Voruntersuchung für einen neuen Prozeß begann, der sich gegen die Teilnehmer einer reichsweiten Justizkonferenz von 1941, die juristischen Erfüllungsgehilfen der „Euthanasie“-Morde richten sollte.

Geplant war ein exemplarischer Prozeß gegen die in die Verbrechen verstrickte Justiz – doch der Prozeß fand nie statt.

Zwei Jahre nach Fritz Bauers Tod wurde das Verfahren gegen die Justizelite wegen Beihilfe zum Anstaltsmord eingestellt, ohne daß eine Auseinandersetzung mit der Anklageschrift Fritz Bauers stattgefunden hätte.

Die NS-Verbrecherprozesse hatten für Fritz Bauer über die Selbstaufklärung der Gesellschaft hinaus einen demokratischen Sinn:

Ihre entscheidende Lehre bestand in der Bereitschaft zu einem eindeutigen Nein gegenüber staatlichem Unrecht.

In der Wahrnehmung des Widerstandes bestand für ihn die andere Handlungsmöglichkeit – im Gegensatz zu der Auffassung, die Individuen seien im NS-System zu willenlosen Rädchen einer ihnen äußerlichen Vernichtungsmaschinerie herabgesetzt worden.

Die innere Beziehung von Unrechtsstaat und Widerstandsrecht arbeitete er in seinem Plädoyer im Remer-Prozeß heraus:

Gruppen der Arbeiterbewegung, der bekennenden Kirche, einzelne Vertreter der katholischen Kirche, der Bürokratie und der Wehrmacht hatten sie wahrgenommen.

Fritz Bauer betrachtete dieses oppositionelle Handeln gegen den Unrechtsstaat als einen den demokratischen Rechtsstaat konstituierenden Akt.

In der bundesrepublikanischen Justiz der 50er und frühen 60er Jahre machte dieses Rechtsdenken ihn zum Außenseiter.

Zweifellos gilt es heute, die innerjuristischen und gesellschaftlichen Geltungs- und Blockierungsbedingungen eines humanen Rechts in den Blick zu nehmen, die dem Anliegen Fritz Bauers enge Grenzen setzten.

Fritz Bauer starb in der Nacht vom 30. 6. auf den 1.7. 1968 in seiner Wohnung in Frankfurt/Main.

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Irmtrud Wojak

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